MdL Ralf Kalich: Bahn bekennt sich zur Höllentalbahn

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Der Landtagsabgeordnete Ralf Kalich (DIE LINKE), Sprecher für Landesentwicklung der Fraktion DIE LINKE und Mitglied im Ausschuss für Infrastruktur, Land- und Forstwirtschaft im Thüringer Landtag, begrüßt die Pläne der Deutschen Bahn zur Reaktivierung der einst stillgelegten Werrabahn und der Höllentalbahn in Thüringen.

Ralf Kalich ist gemeinsam mit dem Verein Höllennetz e.V. und lokalen Unterstützerinnen seit 20 Jahren für die Reaktivierung unterwegs und wertet es als großen Erfolg, dass die Bahn die Weichen nun endlich sprichwörtlich gestellt hat. Ob als ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Blankenstein, Kreistagsmitglied im Saale-Orla-Kreis oder als Wahlkreisabgeordneter im Oberland des Landkreises, setzte sich Ralf Kalich auf thüringischer Seite beharrlich für die regionalen Kooperationsbemühungen der Initiative ein.

„Für die Wiederbelebung waren und sind vielschichtige Bemühungen notwendig. Mit den einstimmigen Beschlüssen der Gemeinde Blankenstein und des Kreistages im Saale-Orla-Kreis wurde die Grundlagen geschaffen. Der Beitritt zur Höllennetz-Initiative der Stadt Bad Lobenstein und der Rosenthal am Rennsteig untermauerte diesen politischen Willen in der Region. Weitere Kommunen können sich nun gerne anschließen, um die Potenziale gemeinsam zu erschließen und Hürden sachlich fundiert zu überwinden.“, so Ralf Kalich

Die Reaktivierung der Höllentalbahn ist der Schlüssel zur Wiederbelebung der Thüringer Oberlandbahn und der Wisentatalbahn auf der Strecke Triptis-Auma-Ziegenrück-Schleiz-Blankenstein. Die Strecken gehören nicht nur landschaftlich zu den schönsten Bahnfahrerlebnissen, ihre Wiederinbetriebnahme würde auch zu einer deutlich spürbaren Belebung des ländlichen Raums führen.

Für die Urlaubsregion „Thüringer Meer“ und die angrenzenden Naturparkangebote im Schiefergebirge und Frankenwald sei es entscheidend eine gut ausgebautes Netz des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu entwickeln. Es geht einerseits um eine gezielte Lenkung von Besucherströmen und die Entlastung von Natur- und Besiedlungsräumen durch den motorisierten Individualverkehr. Andererseits gelte es den Lastverkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen, und auch damit die Bürger*innen und Besucher*innen von hohen Verkehrsbelastungen zu befreien.

Ziel ist es ein dichteres Netz der Angebote im ÖPNV zwischen den regionalen Räumen an der thüringisch-bayerischen Landesgrenze zu erreichen.

Was jetzt zwingend notwendig ist: Nach der Vorstellung des Gutachtens zur Umweltverträglichkeit am 13. Juli 2021 in Rosenthal am Rennsteig, gilt es eine Studie zur Kosten-Nutzen-Berechnung und den Fahrgastpotenzialen unter Einbeziehung der Belange von Anliegern und Fachverbänden zu beauftragen. Ralf Kalich betont, dass ein transparentes Planungsverfahren die Voraussetzung sei, um die breite Akzeptanz der Wiederbelebung deutlich zu machen.

Die Strecke von Blankenstein nach Marxgrün ist vielfältig nutzbar. Sie hat Potenzial im Schienenpersonennahverkehr im Berufs- und Tourismusverkehr, zur Traditionspflege als historische bedeutsame Strecke und mit der Anbindung an das Logistikzentrum Hof sowie zur tschechischen Landesgrenze im Bereich des Güterverkehrs.

Ralf Kalich: „Der Güterverkehr wird bestimmten Ausschlusskriterien unterliegen, dafür setzen wir uns ein: Kein Güter-Nacht-Verkehr, keine Wochenend-Fahrten, die Begrenzung der Anzahl von Fahrten, kein Transport von Chemikalien und kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln entlang der Strecke. Es ist völlig klar, dass die ökologische Werterhaltung und ein schonender Umgang mit dem natürlichen Lebensraum im Höllental ein Bestandteil der Planung sein muss.“

Der Mehrwert für die gesamte Region wird an vielen Stellen spürbar werden, betont Ralf Kalich abschließend. Die Erreichbarkeit von Sehenswürdigkeiten und touristischen Unterkünften, aber auch die Verbesserung der Infrastruktur für Pendler und Auszubildende sind nicht zu unterschätzen. Außerdem müssen vor dem Hintergrund der Klimaschutz-Bemühungen eine Verkehrs- und Mobilitätswende auch vor der eigenen Haustür eingeleitet werden, so dass dabei im ländlichen Raum eine attraktive Angebotsstruktur des ÖPNV entsteht. Die Menschen sind hier stärker auf den Individualverkehr mit dem PKW angewiesen, um in der Arbeitswelt und im Alltag unterwegs zu sein.