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Philipp Gliesing

Gesprächstermine zur Sozialpolitik in Schleiz und Ranis

Besichtigung am "Pumptrack" in Schleiz (Foto: WKB/Gliesing)
Foto: WKB/Gliesing
Foto: WKB/Gliesing

Am Montag, 09.05.2022, besuchte die Landtagsabgeordnete Cordula Eger, Sprecherin für Familie und Senioren der Fraktion DIE LINKE, gemeinsam mit ihrem Kollegen MdL Ralf Kalich den Saale-Orla-Kreis, um sich über die Angebote im Senioren-, Familien- und Jugendbereich bei der Volkssolidarität in Schleiz sowie im Kinder- und Jugendheim der Diakonie in Ranis zu erkundigen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Umsetzung der Landesprogramme "Solidarisches Zusammenleben" und "AGATHE - Älter werden in Gemeinschaft", die vom Sozialministerium ermöglicht wurden, um Armutsprävention und Seniorenbetreuung im Landkreis abzusichern. In Ranis begleiteten die Landtagsabgeordneten den Termin der „Fraktion vor Ort“, den die Kreistagsfraktion der LINKEN durchführt, um den Austausch mit den Einrichtungen im Landkreis zu intensivieren.

Unterwegs für die ganze Familie – Besichtigungen in Schleiz

Die stellvertretende Geschäftsführende der Volkssolidarität, Manuela Kaufmann, hatte viele Hinweise im Gepäck, die im Zusammenhang mit der Entwicklung nach der Pandemie sowie der Landesförderung stehen. Die angespannte Lage im Fachkräftebereich hat sich in den Kindergärten und der Jugendarbeit relativ beruhigt. Die Herausforderungen seien dennoch groß, denn Kinder und Jugendliche brauchen jetzt mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit. Da sei es für viele unverständlich, dass Kürzungen in der Jugendförderung anstehen. Dazu Ralf Kalich: „Diesen Stolperfalle haben wir der CDU-Fraktion zu verdanken, die den Landeshaushalt nur beschließen wollte, wenn globale Minderausgaben von insgesamt 330 Mio. Euro festgeschrieben werden. Diese parteipolitische Sparpolitik ist ein gefährliches Spiel mit der Zukunft in Thüringen, da wichtige Projekte und Entwicklungsschritte ausgebremst werden. Wünschenswert wäre eine Debatte um den Haushalt gewesen, in dem die CDU öffentlich Stellung zu ihren Kürzungsvorschlägen hätten beziehen müssen.“

Sorge bereitet auch die Entwicklung im Pflegebereich, wo es schwer sei Auszubildende und Mitarbeitende für den Berufszweig zu begeistern – insbesondere bei der Frage der Lohnentwicklung müsse eine Tarifbindung erreicht werden. Dem gegenüber steht eine liebevolle Betreuung von Senioren und Seniorinnen in den Einrichtungen der Volkssolidarität Oberland, wie es beispielsweise im Betreuten Wohnen im Atrium-Gebäude in der Schleizer Innenstadt gelingt. Die Landtagsabgeordneten durften Einblicke in den Wohnbereich nehmen, und kamen ins Gespräch mit den Bewohnerinnen.

Das Landesprogramm „Solidarisches Zusammenleben“ für hat den Sozialverbänden in der Region geholfen, um Beratungs- und Betreuungsangebote auch in der Corona-Zeit eine Grundlage aufrecht zu erhalten. Wichtig sei den Zugang für die Familien auch digital noch besser abzubilden, da bislang keine eigenständige Internetpräsenz im Landkreis vorhanden sei. Insgesamt sei zwar eine Vereinfachung des Antragsverfahrens wünschenswert, jedoch müsse auch gewährleistet sein, dass die Gelder in den Landkreisen zielgerichtet eingesetzt werden, erklärte Cordula Eger. Sie plädiert für eine Novellierung des Familienförderungssicherungsgesetz, um somit mehr Planungssicherheit für die Landkreise im Rahmen des Landesprogramms zu erreichen und das entwickelte Niveau der Förderung für die Träger der Sozialarbeit zu bewahren. Langfristig müsse eine Aufstockung und Dynamisierung der Mittel erreicht werden, was eine politische Auseinandersetzung im Landtag erfordert.

Bei der Besichtigung des neuen, wettbewerbstauglichen „Pumptracks“ der Stadt Schleiz wurde das Potential für die Jugend- und Sozialarbeit deutlich, welches am Standort erreicht werden kann. Jugendarbeiter Ronny Müller sieht große Chancen für ein attraktives Angebot für Kinder- und Jugendliche im Verbund mit der angrenzenden Gebäudestruktur. Das in die Jahre gekommene Jugendhaus in Schleiz ist zwar nach wie vor eine feste Anlaufstelle, doch mit einem stärkeren innerstädtischen Bezug und der Begleitung von eigenständigen Jugendstrukturen am „Pumptrack“ sei eine zukunftsfähige Perspektive in Aussicht.

 

Aufmerksamkeit für junge und alte Menschen in besonderen Lebenssituationen

Im Rahmen einer Vorstellung des Kinder- und Jugendheims der Diakonie in Ranis erhielten die Landtagsabgeordneten und Mitglieder der Kreistagsfraktion der LINKEN einen Einblick in die Tätigkeiten und Leistungen der Mitarbeitenden. Einrichtungsleiterin Yvonne Meinhardt ging dabei auf die Herausforderungen einer individuellen Lebensbegleitung der Kinder- und Jugendlichen ein, und machte deutlich, dass es nicht selbstverständlich sei eine Rückführung in das ursprüngliche Elternumfeld zu erreichen. In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt werden die Voraussetzungen dafür schrittweise geprüft. In diesem Jahr wird endlich auch wieder ein Sommerfest zum Beginn der Sommerferien stattfinden, bei dem die offene Arbeit der Kinderbetreuung vorgestellt werde, und die Kinder ein besonderes Gemeinschaftserlebnis wahrnehmen können.

In einer Gesprächsrunde mit den AGATHE-Mitarbeiterinnen aus Oppurg und Ranis-Ziegenrück konnten sich Cordula Eger und Ralf Kalich davon überzeugen, dass die Investitionen in das Landesprogramm einen wichtigen Beitrag für die ältesten Generation leisten. Mit den neuen Stellen wurden im Landkreis nun flächendeckend Kontaktstellen geschaffen, um Problemlagen aufzufangen und der Einsamkeit von Seniorinnen und Senioren im ländlichen Raum entgegenzuwirken. Oft sind es die kleinen Gespräche, die für diese Altersgruppe wichtig sind, um einen würdigen Lebensalltag zu gestalten. Wichtig sei, dass ältere Menschen sich nicht scheuen den Kontakt zu suchen und sich über die Stadt- und Gemeindeverwaltungen hilfesuchend an die Mitarbeiterinnen wenden. Zur kommenden Saale-Orla-Schau in Pößneck wird es Gelegenheit geben sich zu informieren.

 

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