21. März 2018 Kalich / OTZ P.Hagen

Kalich korrigiert Zahlenangaben von Gruhner zum Lehrermangel

Unterrichtsausfall durch Lehrermangel ist derzeit an nahezu allen Schulen ein Thema. Es sind Versäumnisse aus der Vergangenheit, die jetzt eine fatale ­Wirkung zeigen. Foto: Peter Hagen

Bad Lobenstein. Zum Bürgerabend am Montag voriger Woche im „Schwarzen Adler“ in Bad Lobenstein waren auch Lehrermangel und Unterrichtsausfall ein Thema gewesen, zu dem die beiden Landtagsmitglieder Ralf Kalich (Linke) und Stefan Gruhner (CDU) befragt worden sind. Hierbei hatte Gruhner unter anderem gesagt, dass in den kommenden fünf Jahren 1000 Lehrer jährlich in den ­Ruhestand gehen würden und daher die Ausbildung von 500 Referendaren jährlich viel zu wenig sei. Diese Zahlen korrigiert jetzt Ralf Kalich, nachdem er Einblick in die statistischen Angaben des Bildungsministeriums genommen hat.

Demnach sei die Feststellung von Gruhner „nur bedingt wahr“, teilt Kalich mit. „In den kommenden sieben Jahren, so kann man der Statistik entnehmen, werden im Bildungsministerium zwar 6735 Lehrer und Mitarbeiter verrentet, dies sind aber nicht alles Lehrkräfte. Über 4000 Mitarbeiter im Bildungsministerium arbeiten nicht an Schulen, sondern sind in Verwaltung, Schulämtern und so weiter beschäftigt.“ Konkret würden in diesem Jahr 526 ausscheidenden Lehrern 900 Neueinstellungen gegenüberstehen. „Auch wenn durch vorherige Landesregierungen die Einstellungen von Lehrern im Jahr 2008 von fünf bis 2014 auf 401 gesteigert werden konnte, zeigt dies, dass man mit der damals schon bekannten Entwicklung sehr leichtfertig umgegangen ist“, stellt Kalich fest.

Deutliche Steigerungen bei der Neueinstellung von Lehrern habe es erst ab 2015, also unter Rot-Rot-Grün gegeben. Und zwar 2015 mit 650 Lehrern, 2016 mit 750 Neueinstellungen und 2017 mit 650 neuen Lehrkräften. „Im Doppelhaushalt 2018/19 ist geplant, 1550 neue Lehrerinnen und Lehrer ab 2018 in Thüringen einzustellen“, so Kalich.

Weitere Maßnahmen, wie beispielsweise die unbefristete Einstellung von Lehrkräften, die Rückkehr zur Verbeamtung und höhere Gehälter für Regelschullehrer seien die Grundlage, um Maßnahmen gegen den Unterrichtsausfall zu ergreifen. „All dies ist auf der Internetseite des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport veröffentlicht“, verweist Kalich auf die für jedermann einsehbaren Zahlen.

Dem Landtagsabgeordneten aus Blankenstein sei durchaus klar, dass Unterrichtsausfall ein Problem darstelle. „Aber so zu tun, als ob das Bildungsministerium keine neuen Wege einschlägt, um dem zu begegnen, ist schlichtweg falsch“, betont Kalich. Er sei für eine sachliche Debatte und einen verantwortungsvollen Umgang mit den dazugehörenden Zahlen. Er wolle auch in Zukunft seine Besuche in Schulen sowie auf Schulbaustellen im Saale-Orla-Kreis fortsetzen, um mit Lehrern und Schülern im Gespräch zu bleiben.

Quelle: http://www.ralfkalich.de/nc/start/aktuell/detail/artikel/kalich-korrigiert-zahlenangaben-von-gruhner-zum-lehrermangel/