1. Juni 2018 Uwe Lange / 02.06.18

„Achtung Kinder!“-Schilder für mehr Verkehrssicherheit in Gefell

Kindertag gestern an der Grundschule in Gefell: Im Rahmen eines Verkehrssicherheitstages, für dessen Gestaltung unter anderem die PI Saale-Orla und die Verkehrswacht Nordhausen verantwortlich zeichneten, wurden vier „Achtung Kinder!“-Schilder übergeben. Sie sollen künftig mit dafür sorgen, dass auch diese Drittklässler entlang der Friedensstraße sicher zur Turnhalle und zurück kommen. Foto: Uwe Lange

Mit Hilfe der Alternative 54 vier Schilder angeschafft, die Beitrag zu etwas mehr Verkehrssicherheit in Gefell leisten sollen.
Auch wenn man in der Vergangenheit auf dem Schulhof der Grundschule in Gefell zunächst einmal von einer so genannten kleinen Lösung sprach, wurde an diesem 1. Juni ein Grundstein für wieder etwas mehr Verkehrssicherheit im Stadtgebiet gelegt. Denn aus Anlass des Internationalen Kindertages konnten insgesamt vier „Achtung Kinder!“-Schilder übergeben werden. Zeitnah durch den Bauhof der Stadt angebracht, sollen sie schwerpunktmäßig entlang der Friedensstraße vornehmlich auswärtige Fahrzeuglenker ­davon in Kenntnis setzen, dass hier vielfach eben auch kleine Leute unterwegs sind und gerade die Trucker dazu animieren, den Fuß vom Gas zu nehmen.
Schon mehrfach hatte die ­Ostthüringer Zeitung darüber berichtet, dass es in der Stadt Gefell ein Problem mit der Belastung durch den Schwerverkehr gibt – Tendenz steigend. Erst am 15. Februar hieß es da: „Sicherheit der Kinder hat oberste Priorität. Sind die Gefeller Grundschüler auf dem Weg zur Turnhalle oder zurück, geht es auf der viel befahrenen B90/Friedensstraße oftmals ziemlich eng zu.“
Schulleiterin Sabine Kunerl war damals mit ihren Sorgen auf die Presse zugekommen. Unterstützung gab es von Sportlehrer Burkhard Lampe, der sie schon mehrfach darauf hingewiesen hatte, dass das Stück Bundesstraße zwischen Schule und Turnhalle eigentlich kreuz­gefährlich sei. In besagtem OTZ-Beitrag stand: „Würden sich zum Beispiel zwei Brummis begegnen, sei ein Auffahren auf den Gehweg dort eigentlich unvermeidlich. Auch würden es viele (nicht alle) ­Trucker mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit innerorts nicht allzu genau nehmen. Nicht auszudenken was passieren könnte, wäre zu solch einem Zeitpunkt gerade eine Schülergruppe zu nahe am Geschehen.“ Um diesem Sicherheits­problem begegnen zu können, holte Schulleiterin Kunerl die Verkehrswacht Schleiz-Bad Lobenstein, Vertreter des Straßenbauamtes, des Landratsamtes und der Polizei mit ins Boot. An ihrer Seite wusste sie dabei auch immer Bürgermeister Marcel Zapf (VUB). Viele Ämter wurden angeschrieben und viele ­Sitzungen absolviert. Sie kam dann aber nach eigener Aussage irgendwann nicht mehr richtig voran. „Momentan, das wisst Ihr alle, seid Ihr mit Warnwesten ausgerüstet, wenn Ihr mit Herrn Lampe zum Sport marschiert, dass man Euch gut erkennen kann. Wir haben auch unseren Schulweg etwas verändert. Laufen einen Umweg, der sicherer ist. Der aber natürlich Unterrichtszeit kostet“, mit diesen Worten rief Sabine Kunerl gestern faktisch die Sofort-Maßnahmen nochmals in Erinnerung.
Schon kurz nach der Veröffentlichung des Artikels in der OTZ klingelte das Telefon der Schulleiterin – am anderen Ende war Landtagsabgeordneter Ralf Kalich (Die Linke), der den Beitrag gelesen und eine Idee hatte, wie man helfen könnte. Eingeräumt wurde, dass man die Ursachen für eben diese massive Zunahme des Lkw-Verkehrs an anderer Stelle klären müsse. Gemeinsam brachte man dann aber die Idee auf den Weg, Schilder zu kaufen, die an neuralgischen Punkten längs des Weges zwischen Schule und Turnhalle angebracht werden sollten. Wie dieses Vorhaben aber finanzieren? Auch hierfür hatte Ralf Kalich eine Idee und brachte an dieser Stelle den Verein Alternative 54 Erfurt e.V. ins Gespräch. Der wurde 1995 durch Landtagsabgeordnete der PDS (heute: Die Linke) gegründet und gibt die automatischen Erhöhungen der Abgeordneten-Diäten an soziale, kulturelle und ehrenamtliche Vereine sowie ­Jugendprojekte weiter. Kalichs Bemühungen sowie die Antragstellung über den Förderverein der Grundschule hatten Erfolg. So konnte der Landtagsabgeordnete zum Kindertag dann auch einen symbolischen Scheck an Sabine Kunerl übergeben. „Ich glaube, diese 400 Euro für die Schilder und den heutigen Tag sind hier sehr gut angelegt.“
Angesprochen auf eine zukünftig größere Lösung für das Lkw-Problem in Gefell, führte Bürgermeister Marcel Zapf (VUB) eine mögliche Geschwindigkeitsbegrenzung und die Variante einer Umgehungsstraße an. Auch müsse man vielleicht einmal über ein Nachtfahrverbot für Lkw im Stadtgebiet nachdenken. Große Hoffnungen setzt man im Rathaus nach wie vor in die Maut für Bundesstraßen, die ab 1. Juli erhoben wird. Hier sei es aber besonders wichtig, dass die Landesstraße 3002 zwischen Gefell und dem Kreisverkehr ins Schleiz auch mautpflichtig ­würde.

Quelle: http://www.ralfkalich.de/nc/start/aktuell/detail/artikel/achtung-kinder-schilder-fuer-mehr-verkehrssicherheit-in-gefell-mit-hilfe-der-alternative-54-v/